Facebook Places in Österreich :: online trifft offline

Symbol für Facebook Places

Symbol für Facebook Places

Nun ist es also auch in Österreich möglich sich via Facebook an jedem beliebigen Ort einzuchecken.  Das Facebook Places Symbol steht für das Bekanntgeben des derzeitigen Standortes, doch damit ist es noch nicht getan. Mal abgesehen von der Datenschutzdiskussion die ich bewußt hier nicht ansprechen will, steckt dahinter aber noch viel mehr. Ich kann über die Veröffentlichung meines Aufenthaltsortes auch beliebig viele meiner Freunde markieren und sie somit auch zu diesem Ort „beamen“ und ihm damit eine gewisse virale Attraktivität verleihen.

Von der psychologischen Seite trifft Facebook damit jene die schon heute alle Informationen auf Facebook Preis geben mitten ins Herz. Dem virutellen Exhibitionismus sind somit keinerlei Grenzen mehr gesetzt. Die Befriedigung die wir dadurch erfahren, unsere Tätigkeiten mit anderen zu teilen ist zwar wissenschaftlich umstritten, dies wird die Nutzung von Facebook Places aber in keinster Weise beinflussen.

Doch was passiert in der offline Welt, wenn der Ort an dem ich mich befinde Interesse hat, dass ich ihn auf Facebook veröffentliche? Das Geschäft indem ich mich befinde, das Lokal indem ich mein Feierabendbier trinke, das Hotel indem ich meine Ferien verbringe wird – sofern es sozialen Medien aufgeschlossen ist – versuchen mich dazu zu bringen, die Kunde, dass ich hier war, virtuell zu verbreiten. Doch was bedeutet das für Unternehmen? Während immer mehr Konzerne langsam zu verstehen scheinen, welche Möglichkeiten ihnen soziale Medien bieten, ist offen gesagt immernoch ein Großteil der Wirtschaftstreibenden nicht, oder nicht ausreichend vertreten. Selbst jene die verstanden haben, worum es geht, haben die Tätigkeiten rund um Facebook, Youtube und Twitter in eine eigene Organisationseinheit ausgelagert und der Rest der Mitarbeiter bekommt davon nichts mit.

Mit Facebook Places trifft nun plötzlich die online auf die offline Welt. Virtuelle Profilbilder stehen plötzlich leibhaftig im Raum und reden persönlich gesprochene Worte. Nutzt ein Geschäft noch dazu Facebook Deals und steigert so den Anreiz meinen Freunden kund zu tun, dass ich aktuell in der Filiale meiner Bank bin oder beim Bäcker einen Kaffee trinke, dann muss plötzlich der komplette Vertriebsapparat tief in die Social Media Prozesse involviert sein. Eine Herausforderung die Unternehmer kalt erwischt. Schon am Starttag von Facebook Deals Deutschland zeigten sich diese Schwierigkeiten offenkundig. Auch das ausgiebige Feedback der Firmen über den Starttag klingt zwar vielversprechender, aber zwischen den Zeilen war klar zu lesen, dass das Personal teilweise schon mit dem Angebot selber gestresst war und technische Probleme nur schwierig gelöst werden konnten. Eine Kommunikation im Web 2.0 Stil in der Filiale, im Kino oder Restaurant hätte das Personal wohl an den Rand der völligen Überforderung gebracht. Ist aber auch nicht weiter schlimm, denn die Deals wurden kurzer Hand vorbereitet und mehr Schulung und Training war bisher nicht möglich und auch nicht notwendig. Für die Zukunft muss sich das aber ändern und wird ein Qualitätskrtierium sein, wie sozial ein Unternehmen tatsächlich kommuniziert und auftritt. Worst Case Szenario – bleiben wir bei einer Bank – wäre künftig aber sicher, dass zwei Institute am selben Marktplatz Filialen nebeneinander haben und sich eines davon Web 2.0 als Aufgabe gesetzt hat und das andere erst nach der erfolgreichen Etablierung von Facebook Deals auf der anderen Straßenseite ratlos fragt, was denn eigentlich Facebook ist. Bei der derzeitigen Entwicklungs-Geschwindigkeit bleibt dem zweiten Institut wohl nichts anderes übrig als hinterherzulaufen ohne Chance den Gegner zu überholen, solange dieser selber in Bewegung bleibt.

Die Integration von Sozialen Medien ist daher schon jetzt kein Thema einer einzelnen Abteilung oder eines kleinen Teams mehr, sondern muss bei der strategischen Unternehmensplanung berücksichtigt werden und in die Ausbildungspläne der Mitarbeiter mit Kundenkontakt mitaufgenommen werden.

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