Business goes Social Media? Österreichs Unternehmen hinken nach

Unter dem Titel Business goes Social Media Volume 2 veranstaltete Business Circle am 19. und 20. September eine Veranstaltung die große Erwartungen weckte. Allein der Teilnehmerkreis an Referenten der Agenturen liest sich wie das who is who der Social Media Szene in Österreich.

Für mich war aber die andere Seite viel interessanter und wichtiger. Wie sehen nämlich die österreichischen Unternehmen Social Media und welche Einblicke gewähren Sie.  Gestartet wurde mit dem Wien Tourismus und nein, wir durften nicht erfahren wie die mysteriöse Seitenverschmelzung letzten Herbst genau über die Bühne ging – auch nicht auf Nachfrage. Der Wien Tourismus nutzt Facebook und Twitter vor allem, um Kommunikation mit den Wien-Interessierten zu betreiben. Fragen werden beantwortet, Apps helfen die Seite im Gespräch zu halten und man ist dort recht zufrieden. Begeisterungsstürme konnte ich keine spüren und ich saß in der ersten Reihe ;-). Auch die Feedbackrate auf die Postings haut mich nicht vom Hocker. Ob die Feedbackrate gut ist oder nicht wußte Frau Kostner selbst nicht so recht. Videos und Fotos auf Facebook sind aber immer ganz gut, meinte sie. Fazit: ganz gut.

Nun folgten 3 Highlights – eines davon das Mittagessen. Noch davor begeisterte Uwe Knaus von Daimler mit seiner Ode an den Blog. Wissen muss man, dass Daimler den erfolgreichsten deutschsprachigen Blog betreibt und das schon seit 4 Jahren. Die Vernetzung mit Social Media Kanälen wirkt spielerisch einfach, durchdacht und vom Konzern Top Down getragen. Das Monitoring ist ausgeklügelt und die Guidelines für die Mitarbeiter glasklar.

Das dritte Highlight freut mich als Ex-Banker besonders. Peter Bauer von der Luzerner Kantonalsbank referierte darüber wie es seine Bank geschafft hat trotz Bankenkrise und Finanzskandalen das Vertrauen seiner Kunden ungebrochen genießen zu können. Kompetenz und Konditionen sind dabei keine Themen, sondern positive Erlebnisse die mit der Bank in Verbindung gebracht werden und über die der Kunde gerne spricht. Ja ist denn das schon Social Media? Aber in Reinkultur – nur offline. Der nächste Schritt – das ganze auch online umzustezen ist bereits in Planung.

Die restlichen Vorträge der Wiener Linien, dem Roten Kreuz (hier muss ich ein offenes Wiki zur Guidline Entwicklung positiv erwähnen), dem Startup mjam (eher bekannt als willessen.at) und Cup Cakes brachten mich wieder auf den Boden (das Niveau) der Realität in Österreich. Wie Uwe Knaus in der anschließenden Podiumsdiskussion unverblümt sagte, sind Deutschland und die Schweiz hier eine Nasenlänge voraus. Mir macht es den Eindruck, dass es sich dabei um Pinocchios Nase nach einer seiner Lügengeschichten handelt.

Ich will nicht die Leistung und das Engagement der Vortragenden in Social Media absprechen, aber teilweise – trotz professioneller Begleitung  – wirkte es eher so, als picken sich Österreichs Unternehmen einen kleinen Teil Social Media heraus und probieren nach dem Trial and Error Prinzip mal ein bisschen herum. Die exakte Planung aller Maßnahmen und die anschließende Auswertung bis hin zu CRM Maßnahmen werden dabei vielfach vollkommen ausgeblendet. Natürlich kann man so auch Erfolg haben, sogar sehr leicht, wenn man sich keine konkreten Ziele setzt und sich über das vorhande Potential nicht im klaren ist.

Beim Mittagessen gab mir Uwe Knaus einen kurzen Einblick wie das ganze bei Daimler läuft. Er sieht den Unterschied in den Budgets. Österreich Unternehmen geben zu wenig für Social Media Maßnahmen aus und das ist keine Sparmaßnahme, sondern beruht auf der trägen Unternehmenskultur in Österreich. Es geht nämlich nicht darum neue Budgets zu schaffen, sondern das vorhande Marketingsbudget umzuschichten und anstatt in sinnlose Einweg-Werbung zu investieren, die Kraft in Social Media zu legen. Dass solche Budgetverschiebungen auch mit einer Umverteilung der Machtverhätlnisse unter den Führungskräften einhergeht, macht die Starre in der sich Österreich vielfach noch befindet fast schon wieder verständlich. Veränderung an sich ist schon ein absolutes NoGo und wenn es dann auch noch so tiefgreifende Veränderungen an den Grundfesten eines Unternehmens sind, dann geht das ja gar nicht, oder?

Aus dieser Reihe an Unfähigkeit bzw. fehlendem Zugang  zum Thema Social Media hüpfte dann am zweiten Tag Günter Strobl von der Raiffeisen Leasing. Stellt sich der Typ doch einfach vors Publikum und erzählt, dass er ein Wiki als zentrale Wissensmanagement Tool für das ganze Unternehmen betreibt. Jeder darf was schreiben und alle sind angehalten dies zu tun. Je mehr User an einem Artikel arbeiten, desto höher ist die Qualität, Regeln gibt es kaum. Da schau her! Zum Drüberstreuen hat Strobl hausintern noch ein eigenes Twitter System umgesetzt und die Mitarbeiter twittern jetzt fleißig ins Intranet. Wenn ich an die verstaubten Ansichten meines ehemaligen Arbeitgebers denke, dann muss ich schon fast wieder lachen. Die Führungskräfte und Bereichsleiter dort sind dermaßen schwach, dass nur die autoritäre Unterdrückung jeder Innovation und die totale Kontrolle der Mitarbeiter ihnen Sicherheit geben können. Social Media in welcher Form auch immer hat da keinerlei Platz. Die Praxis zeigt, dass meine Exchefin da kein Einzelfall ist, sondern sehr viele Unternehmen einen entsprechenden Tritt in den Allerwertesten bräuchten.

Während der Veranstaltugn wurde fleißig gezwischert und gehashtagt (nachzulesen unter #bgsm2) und natürlich trugen auch verschiedene Agenturen und Referenten aus der Szene Ihre Powerpoint Slides vor. Internetpionier Markus Hübner predigte dabei eindrucksvoll den untrennbaren Zusammenhang von klassischer bzw. digitaler Markenführung, während z.B. Judith Denkmayr von Digital Affairs den Twitter Workshop leitete.

p.s. Mein Dank gilt Hannes Offenbacher, der mich – indirekt – zum Schreiben dieser Zeilen motiviert hat.

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5 Responses to Business goes Social Media? Österreichs Unternehmen hinken nach

  1. Mais, cher Porcinet, le secteur privé n’a jamais financé le développement du secteur public. Ce sont les finances publiques, c’est-à-dire vous et moi, qui payent les investissements publics qui, il est vrai, sont réalisés par le secteur privé bien satisfait de prélever au passage les marges qui permettent aux actionnaires de prospérer en France, ou ailleurs… en Belgique par exemple.

  2. http://www./ says:

    Dear Sara,You, J.D., Katie and Elena are tops in our prayers, especially today. You are so brave and such a beautiful writer and inspiration. Please let me know how I can help here. We love you all.

  3. My 26 months old is still on 7pm – 7 am schedule (plus nap). But sometime before 3 he will definitely transition to a later bed time. A 3 year old doesn’t need as much sleep as an infant or even a young toddler. 8 pm is great for a little girls bedtime!

  4. http://www./ says:

    Bueno digo yo.. que siempre ando perdida aqui o que? apenas tengo en mi agenda hacer este fem vs masc.. y resulta que ya hay ganadora jajajaaa.. ay nooooooooo.. creo que esta vez no esperare y mas vale me ponga a hacer el de blanco y negro,…. no tengo remedio ya van dos que se me pasan y nooooooooooooo yo quiero hacerlosssssssssssssss……

  5. Ice says:

    It’s great to read something that’s both enjoyable and provides prtadgaismc solutions.

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